
Hör mal:
Am 28. Juli wurde in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz der Bayrische Dialektpreis vergeben. Rosie Füglein erhielt ihn zusammen mit Stefan Menz für ihr Hörspiel „Wie der Apfel in die Flasche kam“ über den Obstbaumpionier Andreas Stumpf.

Das Hörspiel im fränkischen Dialekt, Fotos und Geschichten zur historischen Figur sowie die Entstehungsgeschichte des Hörspiels gibt es hier. Spannend, vergnüglich, unbedingt hörenswert!
Auch „On Air“:
„Und irgendwann zuckte noch ein Ohr. Vom Hin- und Wegschauen im Tierschutz“
von Rosie Füglein
BR Feature 2026
Wie gehen wir mit Tieren um, die wir nicht lieben, sondern essen? Dieser Frage geht Rosie Füglein nach und stößt auf die bittere Wahrheit, die niemand sehen möchte, auch wenn sie offensichtlich ist.
„Denn Erinnerungen sind ja in sterbliches Fleisch eingeschrieben. Begegnungen mit Jenny Erpenbeck“
von Thomas David
SWR Kultur Lesenswert 2026
Jenny Erpenbeck zeigt dem Autor ihr Arbeitszimmer. Regale, gefüllt von Literatur zu ihren Werken, darunter „Heimsuchung“, „Geschichte vom alten Kind“, und das 2024 mit dem Booker Prize ausgezeichnete „Kairos“. Überbordend. Gibt es denn ein Work in Progress? fragt der Autor die Schriftstellerin. Ja, das gibt es. Es ist ein Buch über ihren Vater, John Erpenbeck. Jenny Erpenbeck spricht über ihn, mit ihm, entdeckt Details aus ihrer Familiengeschichte, aus ihrer Kindheit, nicht zuletzt einen Löwenkopf an einem Treppengeländer, der verschwunden ist. Und vielleicht, so Erpenbeck, hat es ihn nie gegeben, ist er nur Teil ihrer Erinnerung. Aus was für Erinnerungsstücken setzt sich ein Leben zusammen? Was ist wichtig, wenn man ein Leben erzählt? Mit Charme, offen und direkt lässt Jenny Erpenbeck sich auf die Fragen ein, die der Autor ihr stellt und die sie selbst beim Schreiben bewegen.
Demnächst im Radio:
ARD Radio Tatort „Hase tot“ von Uta-Maria Heim
auf SWR Kultur am 15. August um 19.04 Uhr
& in ARD-Sounds
Ein Mann schlägt an die Haustür und bedroht seine Ex-Partnerin. Drei Frauen berichten vom Mord an der Nachbarin, der Freundin, der Tochter. Lucy versteckt sich vor Milan, weil er gewalttätig ist. All dies sind Fallbeispiele der Koordinationsstelle Hochrisikomanagement, und Anima platzt verspätet in die Schulung. Neu in Ludwigshafen und von ihrer Chefin Fe Ekkelsberg in die Koordinationsstelle abgeordnet, soll sie präventiv mit Frauen und ihren Gefährdern arbeiten. Zunächst fühlt sie sich dieser Aufgabe nicht gewachsen, auch wenn Karin, die Leiterin der Koordinationsstelle, verspricht, sie gut vorzubereiten. Anima wird Flashbacks an ihre Kindheit eingeholt und muss sich mit verdrängten Erinnerungen auseinandersetzen. Da geschieht ein Mord: Milan, der Gefährder von Lucy Stadler wird vor die S-Bahn gestoßen. Obwohl Anima weiß, dass es nicht ihr Job ist, in dieser Angelegenheit zu ermitteln, nimmt sie Fährte auf.
Mit: Janina Fautz, Lisa Wagner, Yasmina Djaballah, Ursula Berlinghof, Barbara Zechel, Gonca de Haas, Annette Strasser und vielen anderen. Regie: Maidon Bader
Lies mal:
Der Literaturbote 145 mit dem Titel „Und jetzt?“ ist erschienen:

Die Antwort auf „Und jetzt?“ lautet: „Ist Schluss“. Leider. Nichtsdestotrotz: Der Literaturbote versammelt in seiner letzten Ausgabe Lyrik und Prosa von ganz unterschiedlichen Autor*innen. Gehaltvoll, nahrhaft, langanhaltend, Lesestoff.
Das war einmal…

„Black Box.
Ein Ohr für deine Geschichte“
Kunstprojekt in der KulturMetzgerei Seeheim im Mai/Juni 2022:
Die Idee:
Wie wäre es, eine Box zu haben, innen schwarz ausgekleidet, die begehbar ist?
Sich darin niederzulassen, zu Atem zu kommen und anzufangen zu reden?
Wie wäre es zu wissen, dass auf der anderen Seite jemand zuhört?

„Wenn du mir nichts sagen willst, so klag dem alten Eisenofen da dein Leid!“
So spricht der alte König in Grimms Märchen zur Gänsemagd.
Sie war einmal Prinzessin, doch sie darf über das, was ihr geschehen ist, nicht sprechen.
Also steigt sie in den Eisenofen und schüttet dort ihr Herz aus.
Wie der Prinzessin im Märchen, die sich unversehens als Gänsemagd wiedersah und die Welt nicht mehr verstand, so ging es auch mir oft angesichts der Veränderungen in den letzten beiden Jahren.
Und so wie sie – dachte ich – brauchen wir vielleicht Zeit und Raum, um das Erlebte zu reflektieren.
So baute ich eine schwarze Box und stellte sie in der KulturMetzgerei auf, einen geschützten Raum im Raum, der verschluckt oder ausspuckt, was darin gesprochen wurde. Statt des Ofenrohrs, durch das die Märchenprinzessin spricht, hatte die Box ein Mikrofon.
Menschen kamen und erzählten von Dingen, die sie beschäftigen oder bewegen. Manche zogen ein „Black Box-Los“ aus einer Kiste mit Fragen, auf die sie dann eine Antwort fanden. Ich saß vor der Box, hörte zu, nahm auf, löschte das Gesprochene oder veröffentliche es, je nach Wunsch meines Gegenübers.

Hör mehr aus der Black Box: